Geleitwort

Seit dem Ende Mittelalter haben Bischöfe, Äbte, Prälaten, aber auch Landesfürsten, Adelige und reiche Bürger Maler beauftragt, sie im Bilde festzuhalten. Da im Vergleich zu anderen europäischen Regionen die Standesunterschiede in Tirol weniger stark ausgeprägt waren, ließen sich seit dem frühen 19. Jahrhundert auch zahlreiche Bauern und Handwerker portraitieren. Nur ein kleiner Teil dieses großen Bestandes wird in Biografien einzelner Persönlichkeiten, Monografien zu Klöstern, Burgen oder Dorfbüchern erwähnt bzw. abgebildet. Weitaus der größere Teil ist der öffentlichkeit nicht zugänglich. Unter diesen Voraussetzungen kommt der Erstellung einer Datenbank von Tiroler Portraits große Bedeutung zu. Sie beginnt mit dem um 1430 entstandenen Portrait des Oswald von Wolkenstein in der Innsbrucker Liederhandschrift B und reicht bis in die Gegenwart herauf. Die Angaben zu Standort, Material, Maße, Datierung, Inschriften, Wappen, Künstlersignaturen samt Abbildungen stellen ein vielseitig verwendbares Quellenmaterial für die historische Landeskunde dar, besonders für Untersuchungen zu bedeutenden Persönlichkeiten, zur Sozialgeschichte, zur Kunstgeschichte und für Familienforschungen. über das rein wissenschaftlich-historische Interesse hinaus vermittelt ein Blick in die Datenbank als virtuelle Bildergalerie einen unmittelbaren Kontakt mit berühmten und namenlosen, bekannten und unbekannten Männern und Frauen aus verschiedenen Zeiten und von unterschiedlicher sozialer Herkunft. Gemeinsam ist ihnen, dass sie in Tirol gelebt und mit ihrer Arbeit beigetragen haben, das Land zu dem zu machen, was es heute ist. Außerdem verbindet sie die allgemein menschliche Hoffnung im Portrait ein klein wenig zu überleben, ein Gedanke, der in unserer rasant beschleunigten Zeit zu Besinnung und virtueller Zwiesprache einlädt.

Den öffentlichen wie privaten Museen, geistlichen Instituten und privaten Eigentümern, die das Projekt wohlwollend unterstützt haben, sei hier ausdrücklich gedankt. Absolute Vollständigkeit wird kaum zu erreichen sein, jeder Hinweis zur Vervollständigung wird dankbar aufgenommen.


Der Stiftungs-Präsident
Prof. Konrad Bergmeister
Der Projektleiter
Dr. Helmut Stampfer






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